14. Oktober 2026Lesezeit: 11 Minuten
Ein eisengrauer Hoodie liegt flach auf hellem Leinen. Ein Ärmel und der Saum sind umgeschlagen und zeigen innen kleine offene Baumwollschlaufen.

French Terry oder angerauter Sweat: was sie unterscheidet

Kurz beantwortet

  • French Terry heisst in der Regel ein Sweatstoff, der aussen glatt ist und innen offene, ungeraute Schlaufen hat. Es ist Strickware, kein Gewebe.
  • Angerauter Sweat entsteht aus derselben Art Schlingenware: Walzen mit spitzen Metallhäkchen ziehen Fasern aus den Schlaufen und machen daraus eine flauschige Schicht.
  • Wärme und Luft: In Messungen an Stoffproben war die angeraute Ware bei ähnlichem Gewicht dicker und isolierte besser. In zwei von drei Studien liess die ungeraute Schlingenware mehr Luft durch, in der dritten machte das Rauen beim Luftdurchlass keinen signifikanten Unterschied.
  • Gewicht: Der Name sagt nichts über die Grammzahl. Im Stoffhandel läuft French Terry teils als leichter Sommersweat. Unser Altstadt Hoodie ist French Terry mit 400 g/m².
  • Erkennen: Dreh den Hoodie auf links: Offene Schlaufen zeigen ungerauten Stoff, eine flauschige Schicht angerauten. Zusammensetzung und g/m² suchst du auf dem Etikett oder der Produktseite.

Du drehst einen Hoodie auf links, im Laden oder zu Hause, und findest innen keine weiche Flauschschicht, sondern lauter kleine Schlaufen. Billiger oder dünner muss er deshalb nicht sein. Es ist eine andere Ware, und ob sie dir reicht, hängt vor allem davon ab, bei welchen Temperaturen du den Hoodie trägst.

Was French Terry ist: Schlaufen statt Flausch

Schlingenware wie French Terry wird gestrickt. Gunesoglu und Meric (2006) beschreiben zweifädige Ware von der Rundstrickmaschine so: Ein Grundfaden bildet die Aussenseite, ein dickerer Schlingenfaden liegt innen und formt die Schlaufen.

Der Name richtet sich nach der Innenseite. Kazmi und Kollegen (2023) nennen die ungeraute Ware "terry" und dieselbe Ware nach dem Rauen "fleece". Im Handel heisst die Variante mit offenen, ungerauten Schlaufen in der Regel French Terry. Verbindlich ist das nicht: Ein Datensatz aus den Produktionslisten einer Strickerei führt den Namen auch für innen weich gebürstete Ware (Ahmed und Junayed, 2025).

Nach der Definition im Duden ist French Terry kein Frottee: Frottee ist dort ein gewebter Stoff, French Terry wird gestrickt.

Wie aus Schlaufen Flausch wird

Der Schritt von der Schlaufe zum Flausch heisst Rauen. Die Ware läuft über Walzen mit spitzen Metallhäkchen: Eine Walze zieht Fasern aus dem Garn auf der Rückseite, eine zweite mit umgekehrt gestellten Häkchen kämmt sie (Asker und Balci, 2022). Die neue Faserschicht schliesst Luft ein. Zum Schluss wird die Oberfläche geschoren (Hossain und Kollegen, 2021).

Gunesoglu und Meric rauten je die Hälfte derselben Ware an. Garn und Strickart blieben gleich, und trotzdem war es nach dem Rauen ein anderer Stoff.

Fleece, Molton, Wintersweat und Polarfleece

Nicht jedes Wort für angerauten Sweat meint dasselbe. Molton ist laut Duden ein weiches, meist beidseitig gerautes Baumwollgewebe, also Webware. Fleece beschreibt der Duden als "synthetischen Flausch".

In Studien und bei uns heisst angerauter Strick trotzdem Fleece, auch mit viel Baumwolle. Unser Daily Heavy Zip-Up zum Beispiel ist innen angeraut und besteht aus 60 Prozent Baumwolle und 40 Prozent Polyester. Angerauten Sweat führen manche Stoffhändler als Wintersweat.

Polarfleece ist ein anderer Stoff. In der Studie von Kärkkäinen und Sillanpää (2021) ist es 100 Prozent Polyester, ein Single Jersey mit gerautem Schlingenflor auf beiden Seiten. Mit dem angerauten Baumwoll-Hoodie teilt es das Rauen und den Namen, nicht die Faser und nicht den Aufbau.

Wärme, Luft und Trocknen: Messungen an Stoffproben

Zwei Hoodies hängen nebeneinander, beim einen zeigt der umgeschlagene Saum innen dicken angerauten Fleece, beim anderen kleine Schlaufen.

Einen direkten Vergleich liefern Gunesoglu und Meric (2006): dieselbe Ware, einmal mit und einmal ohne Rauen. Bei allen vier Garnkombinationen senkte das Rauen die Wärmeleitfähigkeit. Laut den Autoren bestimmte von den geprüften Faktoren nur das Rauen die Wärmeübertragung, und nach dem Rauen fiel die Faserart kaum ins Gewicht.

Die angeraute Ware war 24 bis 46 Prozent dicker, bei fast gleichem oder etwas tieferem Flächengewicht (minus 9.5 bis plus 0.7 Prozent). Bei reiner Baumwolle wuchs die Dicke von 1.19 auf 1.67 mm, während das Gewicht von 302.7 auf 273.8 g/m² sank. Durch alle vier angerauten Stoffe ging weniger Luft, bei Baumwolle 202 statt 231 Liter pro Quadratmeter und Sekunde. Beim Wasserdampf war der Unterschied nicht signifikant.

Kazmi und Kollegen (2023) prüften Proben mit 220 bis 260 g/m². Fleece war bei gleichem Flächengewicht in 8 von 9 Paaren dicker und hatte im Mittel den höheren Wärmewiderstand. Die ungeraute Ware liess hier im Mittel mehr Luft und etwas mehr Wasserdampf durch. Fouda (2018) prüfte zweifädige Ware mit Schlingengarn aus Baumwolle. Nach dem Rauen war auch dort die Wärmeleitfähigkeit tiefer und der Wasserdampfdurchlass geringer, beim Luftdurchlass gab es aber keinen signifikanten Unterschied.

In einer Studie der Empa in St. Gallen (Jerkovic und Kollegen, 2025) trocknete ein French-Terry-Sweatshirtstoff aus 95 Prozent Baumwolle mit 245 g/m² in allen vier Messmethoden am langsamsten, zusammen mit einem Baumwoll-Interlock. Ein Schnelltrockner war dieser French Terry also nicht.

Alle diese Werte stammen von Stoffproben, nicht von fertigen Hoodies. Um wie viele Grad ein angerauter Hoodie bei gleichem Gewicht wärmer ist, lässt sich daraus nicht ablesen.

Was unsere eigenen Produktseiten dazu sagen

Der French Terry Hoodie Altstadt mit 400 g/m² ist für milde Tage von etwa +5 °C bis +20 °C gedacht, und auf seiner Seite steht: "Ohne Fleece-Futter wärmt er weniger als ein angerauter Hoodie mit gleichem Stoffgewicht." Der Daily Heavy Zip-Up ist innen angeraut und für etwa 0 °C bis +18 °C angegeben.

Die beiden Spannen gehören aber zu zwei verschiedenen Hoodies. Der Daily Heavy hat 500 g/m² und Polyester im Stoff, der Altstadt Hoodie 400 g/m² und reine Baumwolle. Die rund 5 Grad am unteren Ende gehen deshalb nicht allein auf das Rauen zurück.

Fusseln und Pilling: wo die Studienlage dünn ist

Beim Rauen lösen sich Fasern, die danach schlecht im Stoff halten. Laut Asker und Balci (2022) bleiben sie an der Haut oder an anderer Kleidung hängen, und bei dreifädiger Rauware sei das der wichtigste Grund für Reklamationen und Rückgaben. Nach einem zweiten Raudurchgang war ihr Stoff zudem weniger berstfest.

Wie stark Fleece pillt, also Knötchen bildet, hängt viel von der Verarbeitung ab. Kaikobad und Kollegen (2023) prüften die angeraute Innenseite eines Fleece aus 78 Prozent Baumwolle und 22 Prozent Polyester. Auf ihrer Skala heisst 5 kein Pilling, und der Fleece kam nach 500 Scheuertouren auf Note 3 bis 4, nach 2000 auf 2 bis 3. Bei Hossain und Kollegen (2021) machte die Ausrüstung den Unterschied: Unbehandelt erreichte ein Fleece aus Polyester und Baumwolle Note 1, nach Sengen und Thermofixieren Note 4.

Eine Studie, die French Terry und angerauten Sweat direkt beim Pilling vergleicht, haben wir nicht gefunden. Abrieb und Einlaufen hat Fouda (2018) verglichen. Die angeraute Ware verlor im Scheuertest bis zu 65 Prozent mehr Gewicht als dieselbe Ware ungeraut, lief nach drei Wäschen bei 90 °C aber um bis zu 60 Prozent weniger ein. Eine Regel wie "French Terry pillt weniger" lässt sich daraus nicht ableiten. Tipps gegen Knötchen, die für beide Stoffe gelten, sammelt unser Ratgeber Fusseln bei Hoodies vermeiden.

Baumwolle oder Baumwolle mit Polyester

Baumwolle nimmt Feuchtigkeit auf: Bei 65 Prozent Luftfeuchte hielt sie in einer Messung 5 Prozent ihres Gewichts, Polyester 0.5 Prozent (Martí und Kollegen, 2021, an gewebten Proben).

Beim Pilling widersprechen sich die Quellen. Hossain und Kollegen führen in ihrer Einleitung Studien an, nach denen Polyester einen Stoff formstabiler macht, aber mehr Pilling bringt. Candan und Önal (2002) fanden bei zweifädigem Fleece das Gegenteil: Die Proben aus 100 Prozent Baumwolle pillten stärker als die Varianten mit Mischgarn, die dafür weniger masshaltig waren.

Pilling hängt also stark von Garn, Strickart und Ausrüstung ab. Unser Altstadt Hoodie ist aus 100 Prozent gekämmter Baumwolle ohne Polyester-Anteil, der Daily Heavy aus 60 Prozent Baumwolle und 40 Prozent Polyester.

Das Gewicht: warum "French Terry" nichts über g/m² sagt

Manche Stoffhändler verkaufen French Terry als leichte Ware. Die Proben ohne Rauen wogen bei Kazmi und Kollegen 220 bis 260 g/m² und bei Gunesoglu und Meric 302.7 bis 340 g/m². Der French Terry der Empa wog 245 g/m².

Unser Altstadt Hoodie ist French Terry mit 400 g/m². Der Name beschreibt die Innenseite, nicht das Gewicht.

Umgekehrt heisst gleiches Gewicht nicht gleich warm. Bei Gunesoglu und Meric war die angeraute Ware bei fast gleichem Gewicht deutlich dicker. Bei uns beginnt Heavyweight bei 400 GSM. Diese Grenze ziehen wir selbst. Wie du die Grammzahl liest, steht in unserem Ratgeber zu GSM bei Kleidung.

So erkennst du den Stoff im Laden und online

  • Auf links drehen: Kleine, offene Schlaufen zeigen ungerauten Stoff, also in der Regel French Terry. Eine geschlossene, flauschige Faserschicht zeigt angerauten Stoff.
  • Etikett lesen: Die Zusammensetzung zeigt, ob reine Baumwolle oder eine Mischung mit Polyester drin ist.
  • Grammzahl suchen: Such in der Produktbeschreibung nach g/m² oder GSM. Fehlt die Angabe, frag nach.
  • Temperaturangabe prüfen: Gibt der Hersteller eine Spanne an, sagt sie mehr über die Wärme als der Stoffname.
  • Bei "Fleece" nachsehen: Ist ein Polarfleece aus Polyester gemeint oder ein innen angerauter Baumwollsweat?

Online kannst du in der Produktbeschreibung nach "innen angeraut", "gebürstet", "Schlaufen" oder "French Terry" suchen.

Pflege: was für beide gilt

Die Pflegesymbole sind in ISO 3758 genormt. GINETEX ist der internationale Verband für die Pflegekennzeichnung. Die Zahl im Waschbottich ist die Höchsttemperatur, ein Balken darunter steht für einen milderen Waschgang mit weniger Bewegung in der Trommel. Der Kreis im Quadrat steht für den Tumbler. Ist er durchgestrichen, gehört das Teil nicht hinein.

Bei Baumwollstrick geht ein grosser Teil des Einlaufens auf den Tumbler zurück. Anand und Kollegen (2002) fanden bei Strickware aus 100 Prozent Baumwolle, dass die Bewegung im Tumbler 34 Prozent der Massänderungen beim Waschen verursachte, das Schleudern 24 Prozent.

Der Altstadt Hoodie und der Daily Heavy tragen dieselbe Pflegeangabe: Maschinenwäsche bei 30 °C, Schonwaschgang, nicht in den Trockner. Beide sind nach dem Nähen gewaschen, für einen weichen Griff und wenig Einlaufen. An der Grundpflege ändern Schlaufen oder Flausch bei diesen beiden also nichts.

Unsere Sicht: welcher Stoff für wen

Eine Person fährt von hinten gesehen in einem sandgrauen Hoodie mit dem Velo durch eine Altstadtgasse mit Kopfsteinpflaster.

Das ist eine Einschätzung, keine Messung. Für kalte Tage draussen und für alle, die es kuschelig mögen, nehmen wir angerauten Sweat. Für milde Tage, fürs Büro, aufs Velo und als Schicht unter der Jacke greifen wir zu French Terry, denn ungeraute Ware liess in zwei von drei Studien mehr Luft durch.

Wer keine losen Fasern auf dem Shirt darunter mag, ist mit French Terry wohl besser bedient, weil der Rauschritt wegfällt. Direkt verglichen hat das keine Studie, die wir gelesen haben.

Wer zwischen beiden schwankt, schaut auf die Temperaturangabe statt auf den Stoffnamen. Soll es eine Jacke werden, hilft unser Ratgeber Zip Hoodie kaufen.

Passend zu deinem Stoff

Wenn du French Terry für milde Tage suchst, ist unser French Terry Hoodie Altstadt dafür gemacht: 400 g/m², 100 Prozent gekämmte Baumwolle, innen offene Schlaufen. Die Masse findest du in der Passform zum Altstadt Hoodie.

Für kältere Tage gibt es den Daily Heavy Zip-Up: 500 g/m², 60 Prozent Baumwolle und 40 Prozent Polyester, innen angeraut, laut Produktseite für etwa 0 °C bis +18 °C. Und sagt dir der Stoff doch nicht zu, schickst du das Teil innert 30 Tagen nach Erhalt zurück, auch wenn du es schon anprobiert hast.

Häufige Fragen

Ist French Terry warm genug für den Winter?

Das hängt vom Gewicht und von der Temperatur ab. Unseren Altstadt Hoodie aus 400 g/m² French Terry geben wir für etwa +5 °C bis +20 °C an. Für kältere Tage ist ein angerauter Hoodie mit gleichem Stoffgewicht die wärmere Wahl. Unter einer Jacke kann French Terry auch im Winter eine gute Schicht sein.

Fusselt French Terry weniger als ein angerauter Hoodie?

Direkt gemessen hat das keine Studie, die wir gefunden haben. Im Scheuertest bei Fouda (2018) verlor angeraute Ware mehr Gewicht als dieselbe Ware ungeraut. Beim Rauen lösen sich Fasern, die an Haut und Kleidung hängen bleiben können, und dieser Schritt fehlt bei French Terry. Ob ein Stoff pillt, hängt laut Hossain und Kollegen aber stark von der Ausrüstung ab.

Ist French Terry dasselbe wie Sommersweat?

Im Stoffhandel werden die Wörter teils gleich verwendet. Im Duden steht Sommersweat nicht. French Terry beschreibt die Innenseite mit offenen Schlaufen, nicht das Gewicht. Unser Altstadt Hoodie ist French Terry mit 400 g/m² und damit kein leichter Sommerstoff.

Ist Fleece immer aus Polyester?

Nein. Der Duden beschreibt Fleece als synthetischen Flausch, doch in Studien heisst auch angerauter Strick aus reiner Baumwolle Fleece. Polarfleece war in der Studie von Kärkkäinen und Sillanpää dagegen reines Polyester.

Läuft French Terry beim Waschen ein?

Baumwollstrick kann einlaufen, vor allem im Tumbler. In einer Studie von Fouda (2018) lief ungeraute Ware nach drei Wäschen bei 90 °C stärker ein als dieselbe Ware angeraut. Die angeraute lief um bis zu 60 Prozent weniger ein. Unser Altstadt Hoodie und der Daily Heavy sind nach dem Nähen gewaschen, für wenig Einlaufen. Beide gehören bei 30 °C in den Schonwaschgang und nicht in den Trockner.

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